Interview VTph – Visual Thoughts, January 2018

I’m very happy to have been featured by VTph Visual Thoughts, thanks Nadine Ethner.

VTph Visual Thoughts

 

Claire Laude (*1975 in Frankreich) ist Architektin und Künstlerin, sie lebt und arbeitet seit 1998 in Berlin. Ihre Arbeit hinterfragt den Begriff der Spuren. Anhand gefundener Materialien ändert sie einen Ort auf eine minimalistische Art und baut provisorische Installationen, die auf Ungewogenheit und Verletzlichkeit hinweisen sowie auf die Prozesse der Zeit. Damit steht sie an der Schwelle zwischen Wirklichkeit und Poesie. Im Jahre 2001 und 2006 studierte Claire Laude an der Schule „Fotografie am Schiffbauerdamm“ und war drei Jahre Meisterschülerin bei Arno Fischer in der Ostkreuzschule Berlin.

VTph: Claire, in deiner letzten Ausstellung hattest du verschiedene deiner Projekte zusammengeführt. Die neuen Arbeiten zeigst du aber wieder einzeln, als einzelne Werkgruppen, wie in deiner aktuellen Ausstellung in Ahrenshoop.

Claire Laude: Die Idee der letzten Ausstellung war gewesen, unterschiedliche Positionen zusammenzubringen, und das hatte auch wunderbar mit Ina Schoenenburg funktioniert. Unsere beiden Ansätze haben sich sehr gut ergänzt. Ich hatte mehrere Projekte und Ansätze zeitgleich vorgestellt und das war genau der gleiche Ausgangspunkt, den auch Ina verwendete. Ina zeigte eine Arbeit in verlassenen Gebäuden, so dass es zu einer Gegenüberstellung unserer Gemeinsamkeit kam, da auch ich oft in verlassenen Gebäuden arbeite und dort meine Installationen mache, um sie dann in das Bild zu überführen.

VTph: Die Orte wechseln, aber deine Serien führen sie wieder zusammen. In diesen verlassenen Orten findet man Spuren und Markierungen, fast eine Art Mapping.

Claire Laude: In der Serie „When water comes together with other water“ geht es um Verletzlichkeit und Natur. Ich hatte die Serie in einem verlassenen Militärgebäude fotografiert – eines dieser Gebäude, wie man sie noch sehr oft im Umkreis von Berlin findet. Der lange leere Raum, ganz faszinierend, aber gleichzeitig sehr minimalistisch, gab mir die Möglichkeit, trotz Leere mit dem zu arbeiten, was ich vorfand. Obwohl, so ganz leer ist ein Raum ja nie. Bevor ich meine Installationen aufbaue, entrümpele ich erst einmal diesen Ort, nehme mir dann aber auch wieder interessante Materialien heraus, die mir bei dieser Aktion ganz besonders aufgefallen sind. Es geht mir um den Ort und seine Geschichte, wie man durch ihn die Vergangenheit sieht und auch etwas Neues darauf aufbaut.

VTph: Sind es die Schichtungen, die dich interessieren?

Claire Laude: Es geht mir oft um Übergänge – in der Natur, im Medium, im Raum. Ich baue verschiedene Installationen, aber nicht alles sieht der Betrachter in meinen Bildern. Und da kommt auch wieder mein architektonischer Ansatz ins Spiel – ich bin ja auch Architektin. Ich benötige immer sehr viel Zeit, die Installationen benötigen viel Zeit, und auch die Auswahl der Bilder benötigt Zeit. Ich arbeite daher Bild für Bild. Diese Bilder bringe ich dann in einen Zusammenhang, und manche Serien dauern dadurch Jahre. Es kann manchmal auch bis zu einem Monat dauern, bis ich überhaupt ein Bild habe. Der Prozess wird immer wichtiger für mich. Und ja, es ist der Prozess des Gedächtnisses, der Erinnerung, in der vieles meist übereinander liegt, was man entblättern und freischaufeln muss, um es zu entdecken oder wiederzuentdecken. Man sieht nicht gleich, was darunter liegt. Auf Französisch sagt man dazu auch sedimentation.

VTph: Ja, deine intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Orten erkennt man auf jeden Fall. Deine Arbeit ist ganz konzentriert, ganz dicht. So wie auch das fotografische Bild manchmal Doppelbelichtungen oder Dreifachbelichtungen enthält, so schichtest du deine Materialien. Und der Betrachter trägt wieder Schicht für Schicht ab, wenn er das Darunterliegende sehen möchte.

Claire Laude: Genau. Auch das Zusammenspiel der Serien in verschiedenen Räumen und an verschiedenen Orten ist eine Art Schichtung. Die neue Arbeit, die in Kaliningrad entstanden ist, behandelt die deutsch-russische Geschichte. Es sind tatsächlich zwei Seelen in der Stadt, die beide auf ganz unterschiedlichen Gefühlen und Impressionen beruhen. Alles befindet sich immer noch in einem Zwischenstadium – ähnlich wie in Berlin. Die Spuren der deutschen Vergangenheit sind nicht mehr so stark da, aber trotzdem immer noch versteckt vorhanden. Die Geschichte ist überall präsent. Und sogar ich als Französin, als Außenstehende, kann das spüren. Ich hatte immer den Eindruck, es gibt noch so viel Unfertiges, so viel Improvisiertes, Zwischenstadien… Es gibt Formen, die sich wiederholen, Formen, die ich im Außen sehe und dann im Inneren der Räume in der jeweiligen Installation aufgreife. Ich versuche Architektur zu dekonstruieren, und diese an einem anderen Ort wieder aufzubauen – nur in einem anderen Kontext. Das Buchprojekt, welches ich schon in einem Dummy anreiße, wird meine ersten Skizzen, Fotografien und die vielseitigen Eindrücke zeigen, die ich mitgebracht habe. Einen großen Teil muss ich noch ordnen, aber vor allem soll auch das Interview mit dem Geisteswissenschaftler Prof. Dr. Wladimir Gilmanov, der über den Mythos der Stadt spricht, veröffentlicht werden. Der eine Teil von Königsberg wurde sogar ganz neu aufgebaut, aber nach alten Motiven. Er zeigt die Idylle der Stadt, gleicht aber einer Kulisse. Parallel hatte ich auch einige Städtepläne gesichtet, andere wiederum durfte ich gar nicht einsehen, man sagte mir, sie seien geheim. Vor Ort hatte man mir dann aber trotzdem angeboten, meine Installation in einer alten Kaserne aufzubauen.

VTph: Auf das Medium Fotografie hast du dich also nicht beschränkt?

Claire Laude: Nein, es gibt das Interview, die Schwarzweißaufnahmen und die Zeichnungen, die ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit sind, da ich den ganzen Set-Aufbau vorher skizziere. Ich zeige auch ein Video von meiner Fahrt durch die Straßen. Es ist Teil des Projektes. In meiner Arbeit springe ich immer zwischen den Welten, einerseits nehme ich die Realität auf und wahr, andererseits hat der Prozess der Umwandlung dann gar nichts mehr mit der Realität zu tun, sondern es geht nur noch um das Bild, welches am Ende entsteht. Ich defragmentiere, aber führe am Ende die Teile wieder zusammen. Ich nutze das Medium Fotografie und reize es aus, nur manchmal komme ich an eine Grenze. In der neuen Gruppenausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Ahrenshoop stattfindet, ging es zum Beispiel um eine Legende – ein Künstler, der auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist – und um all das, was sich um diese Legende rankt. Er floh wohl mit dem Fahrrad aus Kaliningrad, warum, weiß man nicht, aber er kam nie zu Hause an. Wie kann man das Verschwinden darstellen? Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit.

 

Interview: Nadine Ethner, Januar 2018

 

 

 

Exhibition „изображения другого, BILDER VOM ANDEREN“, Neue Kunsthaus Ahrenshoop, Germany

Ausstellung vom 3. Dezember 2017 bis 12. März 2018

Eröffnung am 2. Dezember 2017 um 17 Uhr in das Neue Kunsthaus Ahrenshoop

Aus Anlass von 15 Jahren Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Lukas und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst in Kaliningrad zeigen aus-gewählte Stipendiat*innen des Austauschpro-gramms beider Länder Werke. Ein der Ausstellung vorangegangener Workshop im Künstlerhaus Lukas ging der Frage der Bedeutung der BILDER VoM ANDEREN nach. Ein zweisprachiger Katalog dokumentiert die Bedeutung der Arbeitsaufent-halte im anderen Land.

Publikation/ Katalog mit : Julia Abramova, Natalia Agulnik, Laura Bielau, Evgeny Brodsky Katerina Cherevko, Lia Darjes, Klaus Ferentschik, Daria Glushkova, Falk Haberkorn, Dana JES, Sven Johne, Ingar Krauss, Claire Laude, Alexandr Liubin, Bernhard Schrock, Iurii Selskii, Mascha Suhomlina, Konstantin Traschenkov, Ruth Wyneken, Artem Zaytsev

Ausstellung  mit :  Laura Bielau,  Dana JES,  Ingar Krauss, Claire Laude, Alexandr Liubin, Iurii Selskii, Konstantin Traschenkov, Ruth Wyneken, Artem Zaytsev

 

 

 

 

Exhibition „ABRISS“, Haus des Gastes, Waren

Ausstellung ABRISS – Mit Ina Schoenenburg

Von 20. Oktober 2017 bis 6. Januar 2018

Haus des Gastes Waren, Neuer Markt 21, 17192 Waren (Müritz)

Öffnungszeiten der Ausstellung . Mo – Fr 10 – 18 Uhr – Sa 10 – 15 Uhr

Im Haus des Gastes in Waren, zeigen Claire Laude und Ina Schoenenburg erstmalig eine Zusammenstellung von ihren verschiedenen Arbeiten zum Thema „Abriss“.

„Die Werken von Ina Schoenenburg und Claire Laude setzen sich auf sehr unterschiedliche künstlerische Weise mit Übergangsprozessen auseinander, dem fragilen Zustand zwischen dem, was war, und dem, was sein wird. Claire Laude erforscht provisorische architektonische und räumlichen Strukturen, Ina Schoenenburg beobachtet ihre eigenen familiären Strukturen zwischen den Generationen.“ (Ulrike Schmitz)

„Während Ina Schoenenburg über die Fotografie eine neue Beziehung zu ihrer Familie aufbaut, sucht Claire Laude nach Resten von dem, was in nun unbewohnten Gebäuden übriggeblieben ist. Beide richten sich neu ein und aus, die eine vielleicht noch davor, die andere nach dem Abriss.“ (Anke Schüttler)

 

 

 

 

 

Residency, Kaunas Photography Gallery, Workshop & Artist talk, Nida 2017 International photography symposium

I’m very happy to have been invited by the Kaunas photography Gallery to be a resident during three weeks   in Kaunas and Nida.

Kaunas Photography Gallery 

Workshop in Nida, from 03/09 to 05/09, public presentation on the 07/09.

International Photography Symposium Workshop (in Lithuanian)

Artist talk 09/09.

International Photography Symposium Nida

 

Artist Talk, International Photography Symposium Nida, 2017 © Nick Kharchenko

Workshop, International Photography Symposium Nida, 2017 – with Lina Alkibrienė, Birute Kurtinaitienė, Irma Norbutaitė, Aidas Urbanas

 

 

 

 

 

Exhibition „Errance Blanche“, FOTOHAUS Arles 2017

Project from ParisBerlin Fotogroup
FOTOHAUS | PARISBERLIN, 7 Rue de la Roquette, Arles, France

Vernissage/ Opening 5/07/2017 at 6 30 pm
Exhibition from 03/07 to 09/07/2017

With :
Cihad Caner, Elena Capra, David Favrod, Matthieu Gafsou, Aras Gökten, Isabel Kiesewetter, Birgit Krause, Claire Laude, Michel Le Belhomme, Truth Leem, Pierre Liebaert, Sara Palmieri, Ulrike Schmitz, Ina Schoenenburg, Torsten Schumann

 


E
Following an invitation from FOTOHAUS | PARISBERLIN to organize an exhibition on the theme Rausch / Ivresse, Claire Laude and Michel Le Belhomme have invited fifteen international positions of artists around the concept and title „Errance Blanche“.
„Errance blanche“ means the condition when one changes from a feeling of comfort to a confused consciousness and then experiences a feeling of euphoria. „Im Rausch sein“ / „être en ivresse“ (French) / “to be in a state of euphoria” can also mean the feeling of invincible power and force which rises regardless of the substances one takes.

This euphoria can be compared with a creative force and its emotions. „Errance“ refers to this moment of disorder when the body falls and moves back and forth into a different state when the euphoria and its abnormalities begin.

White refers to the substances, e.g. the color of alcohol or drugs. Metaphorically it can also stand for the white blank page of the artist.

D
Das FOTOHAUS | PARISBERLIN hat die Künstler Claire Laude und Michel Le Belhomme eingeladen eine Ausstellung zum Thema Rausch / Ivresse zu kuratieren. Sie haben 15 internationale Positionen zusammengeführt, die sich mit dem Thema „Errance Blanche“ auseinandersetzen.

„Errance blanche“ beschreibt den Zustand, der einsetzt, wenn der Bewusstseinszustand einer Person aus einem Zustand des Wohlbefindens in einen verwirrenden Zustand wechselt und ein Gefühl der Euphorie entsteht.
„Im Rausch sein“ / être en ivresse kann auch bedeuten, dass ein Gefühl einer unbesiegbaren Macht aufsteigt und eine Kraft unabhängig von der Einnahme berauschender Substanzen, entsteht. Diese Euphorie kann mit der kreativen Kraft und im künstlerischen Prozess entstehenden Gefühlen verglichen werden. „Errance“ bezieht sich auf diesen Moment der Störung, in dem der Körper in einen anderen Zustand fällt, wenn die Euphorie und deren Abweichungen beginnen. „Blanche“ (Weiß) bezieht sich auf die Farbe rauschauslösender Substanzen. Metaphorisch kann es auch für die weiße leere Seite zu Beginn eines künstlerischen Prozesses stehen.

Die Ausstellung „Errance Blanche“ vereint ambivalente Positionen zum Thema Rausch.

F
Suite à une invitation de la FOTOHAUS | PARISBERLIN à organiser une exposition sur le thème Rausch / Ivresse, Claire Laude et Michel Le Belhomme ont réuni quinze positions d’artistes photographes internationaux autour du concept et titre „Errance Blanche“.
„Errance Blanche“ suggère un moment de basculement d’un état à un autre, lorsque la raison se laisse envahir par un sentiment d’extase. „Im Rausch sein“ / „être en ivresse“ peut signifier être envahi par un sentiment de puissance, quelle que soit l’action, lié ou non à l’absorption de drogues, comme lors de l’excitation due à l’énergie créatrice. Errance suggère un moment de trouble, au début de l’euphorie et les déviances l’accompagnant. Blanche se réfère aux substances, telles la couleur de l’alcool ou la drogue, ou métaphoriquement à la page blanche de l’artiste.
„Errance Blanche“ propose des approches ambiguës et multiples sur le thème de l’ivresse et de la création.

 

 

 

International workshop in Kiev, Mystetskyi Arsenal : Spatial development scenarios

 

 

6-day international and interdisciplinary workshop in the framework of the 10th International Architecture Festival CANactions 2017. The workshop is aimed at elaboration of the spatial development scenarios for ‚Mystetskyi Arsenal‘.

Curator : Mirjam Niemeyer / Helsinki, Zürich (FI / CH)

Tutors : Víctor Cano Ciborro, Fani Kostourou, Adriana Pablos / Future Architecture Platform: call for ideas 2017

Participants : Critically-thinking practitioners, researchers, and artists with background in urban design, city planning, and architecture, economics, political and cultural studies, journalism, sociology and other related fields.

With : Odile Compagnon, Nathalie Eldan, Claire Laude,  Simone Ierardi, Rob Brink, Oleksandra Khalepa, Radu Vit, Victoria Gonzales-Aller, Yuliia Buria, Samuel Iuri, Henrietta Hmenya, Mariia Rastvorova, Mateja Rot Kranj, Ceren Tekin, Yevheniia Likhachova, Oleksandra Davydenko, Ana Grigolia, Dmytro Tereshchenko, Samko Alina, Danylo Olkhovyk, Dasha Korba 

From 29/05/2017 to 03/06/2017

Location : Mystetskyi Arsenal (10-12 Lavrska St., Kyiv, Ukraine)

 

 

Profilkurs, Hermann-Hesse Gymnasium, Ausstellung

 

Ausstellung : 23/03/2017

Mit : Akar Cansu, Al Bayati Fatma, Fakih Mohamad, Nasrallah Israa, Nur Ferdousi, Gülbahce Yasemin, Gün Halenur, Kilic Eda, Özcan Derya-Nur, Sen Tugba, Yel Selin

Die Schüler und Schülerinnen des Profilkurses am Herrmann – Hesse – Gymnasium hatten die Aufgabe, einen Ort, einen Platz, ein Objekt in ihrem Gymnasium auszusuchen und es in mehreren Aufnahmen zu fotografieren; diese Fotografien sollten danach als Collage rekonstruiert werden. Zu diesem Projekt haben die Jugendlichen eine Ausstellung mit dem Titel „De-konstruktion“ verwirklicht.

Hermann-Hesse-Gymnasium
Böckhstr. 16
10967 Berlin

 

 

 

Das Rätselhafte Verschwinden von Alfred Partikel, Neues Kunsthaus Ahrenshoop, 2017

 

Eröffnung : 04/03/2017

Ausstellung : 05/03/2017 – 01/05/2017

Mit : Caroline Bayer, Gert Bendel, Ewa Berg, Günter Blendinger, Jan Decker, Matthias Dettmann, Udo Dettmann, Elli Graetz, Cornelia Groß, Guðrún Gunnarsdóttir, Klaus Hack, Eberhard Hartwig, Olli Heikkonen, TO Helbig, Heike Jeschonnek, Thomas Judisch, Peter Kaiser, Claudia Kapellusch, Jeanett Kipka, Thomas Kleinschmidt, Hagen Klennert, Gitte Klisa, Synke Köhler, Stephanie Krumbholz, Claire Laude, Julia Leschik, Dörte Meyer, Claudius Nießen, Frauke Otto, Justine Otto, Maria Raeuber, Fabian Reimann, Clara S. Rueprich, Christiane Gerda Schmidt, Andy Scholz, Bernhard Schrock, Uta Siebert, Petra Steeger, Christiane Stegat, Anne Steinhagen, Armin Strohmeyr, Neil Taylor, Saskia Wenzel

Der Maler Alfred Partikel (*1888) verschwand am 20. Oktober 1945 beim Pilzesammeln im Ahrenshooper Holz, einem noch heute sumpfigen, naturbelassenen Waldstück zwischen Bodden und Meer. Seit Jahrzehnten wird über sein Verschwinden gerätselt und spekuliert. Sein Leichnam wurde nie gefunden. Partikel war mit dem Fahrrad aus Ostpreussen geflohen. Er bewohnte immer wieder seit 1921 sein Haus in Ahrenshoop, in das er sich immer wieder zur Erholung oder vor den Repressalien des Faschismus und den Auswirkungen der Kriegswirren zurück zog. Alfred Partikel war Mitglied der Freien Secession und des Deutschen Künstlerbundes. Einige seiner Werke wurden zur Zeit des Nationalsozialismus als entartet deklariert. Als bedeutender Darsteller ostpreussischer Landschaft befinden sich seine Werke in namhaften Museen, so auch im Kunstmuseum Ahrenshoop, von dem eine Radierung in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Wir fragten nach der heutigen Bedeutung dieser mythosbehafteten Geschichte. Die mitwirkenden Künstlerinnen laden Sie ein, sich mit Wort und Bild diesem Thema aus heutiger Sicht zu nähern. Unsere Ausstellung birgt verschiedene Blickwinkel auf die damaligen Ereignisse, spielt mit dem Fiktiven, thematisiert das Heute und nähern sich so dem Thema des Verschwindens, Fliehens oder Vergessens. So verschwindet Alfred Partikel beispielsweise wörtlich im Holzrelief des Bildhauers Klaus Hack oder wird symbiotisch eins mit der Natur im Objekt von Christiane Stegat oder in der Zeichnung von Uta Siebert. Caroline Bayer thematisiert mittels ihrer Rauminstallation die Fragen nach Wahrheit und Fiktion des Verschwindens einer Person. Die Bedeutung des dichten und undurchdringbaren Waldinneren ist unter anderem Sujet der Malerei von Cornelia Groß, Thema der Fotografien von Claire Laude oder Handlungsort der Videoarbeiten von Clara S. Rueprich, Dörte Meyer und Gert Bendel. Gedichte von Armin Strohmeyr und Olli Heikkonen verweisen auf die besondere Natur des Waldstückes, während Jan Decker mit einer Nachkriegsgeschichte den Bogen zu heutigen Krisenzeiten schlägt.

Neues Kunsthaus Ahrenshoop
Bernhard – Seitz – Weg 3a
18347 Ahrenshoop

 

 

Ahrenshooper Seiten, 2016

 

Ahrenshooper Seiten, 2016

Künstlerhaus Lukas

Edition Hofes Ufer Ahrenshoop

 

 

 

Workshop, NCCA, Kaliningrad

 

 

21/01/2017

Im Rahmen der Ausstellunng, „Durchkonstruierte Situationen“/ Выставка „Сконструированные ситуации“

Mit der freundlichen Unterstützung von dem General Deutschen Konsulat in Kaliningrad.

Baltic Branch of NCCA, Kaliningrad

Офис: Калининград, ул. Дм. Донского, 7/1

 

 

Exhibition „Сконструированные ситуации“/ „Durchkonstruierte Situationen“ NCCA, Kaliningrad, 2017

 

Eröffnung : 20/01/2017

Ausstellung : 20/01- 20/02 2017

5 Jahre Residenz und Austauschprogramm zwischen „Baltic Branch of NCCA“ und das „Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop“

Baltic Branch of NCCA, Kaliningrad

Офис: Калининград, ул. Дм. Донского, 7/1

 

 

 

Prix Virginia #1 2012-2014 – Éditions Filigranes, 2016

Le Prix Virginia est organisé par l’association Sylvia Schildge.

Remis tous les deux ans, il s’adresse à une femme professionnelle, de toute nationalité, vivante et sans limite d’âge. Les photos soumise au Prix Virginia doivent être inédites en France et ne concernent ni la photo de presse, ni la commande publicitaire. le jury se compose de 8 personnalités du monde culturel et est renouvelé tous les 2 ans.
Pourquoi un prix pour une femme photographe ?
„Les femmes de ma famille m’ont été fondatrices : Virginia ma grand mère pianiste, ma grande-tante peintre, et ma mère sculpteur ont nourri ma curiosité pour l’art depuis ma plus tendre enfance. Cette filiation a ouvert mon chemin d’artiste et de photographe plasticienne. Créer le Prix Virginia, c’est affirmer mon soutien à la reconnaissance des femmes photographes. C’est aussi partager les passions qui m’ont été transmises.“

Ce coffret regroupe vingt deux planches avec deux images de chaque lauréate et une image par photographe sélectionné. Un dispositif permet d’exposer une image sur un petit socle, ce qui permet au lecteur d’extraire comme un éphéméride les planches photographique.

Éditions Filigranes

 

 

Darmstädter Tage der Fotografie, Darmstadt, 2016

 

Ausstellung : 22/04/2016- 24/04/2016

Darmstädter Tage der Fotografie

64293 Darmstadt

 

 

BLOW #14 Self- Portrait, 2016

 

„from the editor / issue fourteen / deals with self portrait, and we confess this issue is opinionated. we were drawn to the type of self portrait that is closer to fiction than autobiography. fellini would contradict “all art is autobiographical. the pearl is the oyster’s autobiography.“

most of our artists are engaged in some kind of masquerading, performance or covering up. a few admirable ones are absent from their own self portraits including kelli connell who uses a model to play herself, as well as anna fawcus who’s self portraits are in fact a montage of her parents.

this category of artist we conclude are grasping at something deeper, to the point where their own image is demoted. works of self portrait like these say everything about the depths we can see easily within ourselves, but can only catch glimpses of in others ‐ elusivity, complexity, derangement and brilliance.“

http://blowphoto.com/issues/issue-14

 

 

GUP Magazine, Portfolios Online, 2016

„In this series, architect and photographer Claire Laude (1975, Orleans) combines isolated aspects of landscapes with people into installations of decaying spaces. Through these constructed images, she creates an awkwardly artificial environment in which traces of life feel lonely and lost. Laude explains that she seeks to question the relationship between things which last, and those which are eventually lost.

The name of the series originates from a poem by Raymond Carver, ‘Where water comes together with other water’, though the artist has deliberately altered the first word to ‘when’ in order to accentuate the concept of time and timelessness. The feeling of vulnerability in the series is strengthened by its softened colour palette and Laude’s minimalistic compositions, in which body and nature come together. Laude says that she sees photography as “a possible threshold between various realities, the existence, the dream and poetry.“

GUP

 

 

Mouvements de Terrain, Galerie Binôme, Paris, 2016

 

 

Exposition Mouvements de Terrain

28/01/2017 – 26/03/2016

Avec Michel Le Belhomme, Anais Boudot, Claire Laude, Alexandra Pouzet

„Espace photogénique par excellence, empreint d’un romantisme historique, la représentation du paysage s’articule le plus souvent sous l’angle du contemplatif et du vertigineux. Or à mes yeux, une représentation s’affirme et se libère dans sa capacité à se mettre en conflit avec son référent et la création s’incarne par une faculté à analyser et déconstruire. L’exposition Mouvements de Terrain s’inscrit et revendique cette mise à distance. Chaque artiste s’approprie le paysage comme Terrain de recherche, l’expérimente comme une matière brute du visible pour opérer une mise en mouvement de la représentation. Que l’approche soit structurelle, physique, intime ou littérale, elle développe une vision périphérique du paysage, détournant le réel photographique. Il est proposé de dépasser une simple déambulation narrative au sein de ce registre formel du territoire, au moyen d’une collision dialectique et syntaxique avec celui-ci. Les images relèvent ainsi davantage du balancement et de la transformation que de la captation brute. Chacun à sa manière fait oeuvre d’intensification ou d’effacement du sujet. Pour échapper à la passivité de la simple vision, il s’agit donc de remodeler la logique apparente de notre perception du réel, par une mise hors champ et hors cadre du paysage. Par des jeux d’hybridations et de mutations, chacun propose ainsi une mise en regard dysfonctionnelle. L’ambition de cette exposition n’est pas seulement d’associer ainsi des pratiques singulières ou de casser la logique élémentaire d’une présentation linéaire et unilatérale, mais d’offrir une expérience exclusive de prolongements et de débords. La circulation scénographique, basée sur des dialogues croisés et des confrontations, procède autant de glissements de regards que d’actes photographiques. Parce qu’au delà de la pluralité des pratiques et des esthétiques, chacun de nous éprouve la nécessité de faire qu’une photographie ne soit pas simplement une image.“

Michel Le Belhomme, janvier 2016.

La Galerie Binôme ouvre la programmation 2016 avec Michel Le Belhomme, récent lauréat du Solas Photography Prize, lequel conçoit l’exposition Mouvements de Terrain en confrontant sa série Les deux Labyrinthes aux travaux photographiques d’Anaïs Boudot, Claire Laude et Alexandra Pouzet. Analyse de la représentation du paysage et du rapport au territoire, l’exposition se construit à partir des décalages, des glissements et des tangentes opérés entre les oeuvres et les univers respectifs des quatre artistes. Par delà la diversité des échelles de leurs interventions – à même le terrain (Alexandra Pouzet & Claire Laude), la maquette (Michel le Belhomme) ou le plan du papier photographique (Anaïs Boudot & Michel Le Belhomme) – leurs images naissent dans un geste et une ambition analogue de requalification des surfaces. Plis, cassures, découpes et tracés creusent des circulations internes et ouvrent des points de passage entre les oeuvres exposées. Mouvements de Terrain dessine une tectonique du paysage, le relief d’un champ transversal comme espace de métamorphose.

Galerie Binôme

19, rue Charlemagne

75004 Paris, France

 

 

Lebensraum- Habitat, ParisFotoBerlin, tête, Berlin, 2016

 

Lebensraum I,II,III – Teil I / HABITAT

Ausstellung : 05/02/2016 – 07/02/ 2016

mit Chiara Dazi, Claire Laude, Gilles Raynaldy, Myrtille Visscher

Aufbauend auf der letzten Gruppenausstellung von ParisBerlin zum Thema GARTEN widmet sich diese Ausstellung, kuratiert von Christel Boget und Elfi Rückert, dem städtischen LEBENSRAUM. Sie ist als dreiteiliger Zyklus angelegt, der die verschiedenen Aspekte dieses Themas beleuchten soll: Habitat-Grün-Wurzeln.

Im ersten Teil „Habitat“ geht es um gebauten Lebensraum und seine Wechselwirkungen zu uns Menschen. Welche Formen des Wohnens gibt es? Inwieweit kann der Mensch seinen Lebensraum nach seinen Vorstellungen gestalten? Wie beeinflussen architektonische und politische Entscheidungen den Wohnraum? Städte sind überfüllt, laut und schnell, auch daher bieten sie Räume des Rückzugs.

In „Grün“ wird der Sehnsucht nach einem Berührungspunkt von Mensch und Naturidyll nachgegangen. Gärten sind nicht Natur und doch der Versuch einer Antwort. Grüne Oasen in der Stadt sind magische Orte von starker symbolischer Bedeutung, Orte an denen das Suchen, ein Zurruhekommen und ein Rückbesinnen auf Ursprünge möglich sind.

Diesen Ursprüngen wird im dritten Teil der Ausstellungsreihe nachgeforscht. Wie wichtig sind Orte und Identitäten für unsere zunehmend internationalen Biografien? Gibt es einen besonderen städtischen Drang, danach zu suchen? Was passiert wenn Lebensraum verändert, gar verloren wurde? Die eigenen „Wurzeln“, die stark mit dem Lebensraum verankert sind, rücken hierbei in den Vordergrund.

tête

Schönhauser Allee 161A 
Berlin 10435